Gutachten zu Baumängeln

 

Ein Mangel ist in der Regel dann gegeben, wenn eine ausgeführte Bauleistung
(Ist- Zustand), in negativer Weise vom vertraglich geschuldeten Zustand (Soll- Zustand)
abweicht.


Der Soll- Zustand sollte dabei möglichst genau in dem Vertrag, in den Plänen, in der Baubeschreibung u.ä. möglichst lückenlos beschrieben sein.

In der Praxis ist dabei grundsätzlich zwischen Planungs- und Ausführungsmängeln zu unterscheiden.

Bei BGB-Verträgen ist das Bauwerk frei von Sachmängeln bzw. Baumängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit aufweist.

Bei VOB-Verträgen muss das Bauwerk außerdem auch den anerkannten Regeln der Technik entsprechen (§ 13 Nr. 1 S. 2 VOB/B).

Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist das Werk dann frei von Sachmängeln, wenn es sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller/Auftraggeber nach der Art des Werkes erwarten kann (§ 633 Abs. 2 S. 2 BGB).

Bei einem Baumangel hat der Auftraggeber vorrangig Anspruch auf Mängelbeseitigung. Dem Auftragnehmer muss die Gelegenheit zur Mangelbeseitigung gegeben werden.
Der Auftragnehmer kann die Beseitigung bei Unmöglichkeit, Unverhältnismäßigkeit oder Unzumutbarkeit verweigern.
In diesem Fall steht dem Auftraggeber eine Minderung zu.
Nur wenn der Auftragnehmer die Mangelbeseitigung unberechtigt verweigert, kann der Auftraggeber die Mangelbeseitigung im Rahmen der Ersatzvornahme selbst durchführen oder durchführen lassen.
Der Einwand der Unverhältnismäßigkeit ist nicht zulässig, wenn eine Eigenschaft zugesichert war oder grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorlag (s. a. Bauabnahme)

Neben der Feststellung von Mängeln mit Dokumentation stehen wir Ihnen auch bei deren Regulierung und Abwicklung hilfreich zur Seite.