Begehung vor Ablauf der Gewährleistungsfrist

(Garantieüberwachung)

 

Hier ist Vorsicht geboten!
Gewährleistungsansprüche können schnell und
unwiderruflich verlorengehen, sichern Sie sich ab!

 

Damit Gewährleistungsansprüche nicht verjähren, sollten Sie rechtzeitig vor Ablauf der Gewährleistungsfrist eine weitere Abnahme, eine sog. Gewährleistungsabnahme durchführen.
Nur so können seit der Bauabnahme aufgetretene Schäden noch rechtzeitig gegenüber den Auftragnehmern angezeigt werden.

Die Verjährungsfristen für Bauleistungen sind entsprechend der VOB, Teil B, § 12, (Verdingungsordnung für Bauleistungen) bzw. BGB, §640 (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt.
Sie beginnen i.d.R. mit der Abnahme der Gesamtleistung (s. Bauabnahme).

Ist im Vertrag keine andersartige Verjährungsfrist für Mängelansprüche vereinbart, gelten folgende Regelfristen:

  • 4 Jahre für Bauwerke allgemein
  • 2 Jahre für andere Werke, deren Erfolg in der Herstellung, Wartung oder Veränderung einer Sache besteht
  • 2 Jahre für Arbeiten an einem Grundstück und für von Feuer berührte Teile von Feuerungsanlagen
  • 1 Jahr   für feuerberührte und abgasdämmende Teile von industriellen Feuerungsanlagen
  • 2 Jahre für Teile von maschinellen, elektronischen/ elektrotechnischen Anlagen, bei denen die Wartung Einfluss auf Sicherheit und Funktionstüchtigkeit, nichts anderes vereinbart ist, und dem Auftragnehmer die Wartung während der Gewährleistungsfrist nicht übertragen worden ist.

Der Auftragnehmer ist verpflichtet, alle während der Verjährungsfrist auftretenden Mängel, welche auf vertragswidrige Leistungen zurückzuführen sind, auf seine Kosten zu beseitigen.
Der Auftraggeber hat diesen Anspruch jedoch vor Ablauf der Verjährungsfrist beim Auftragnehmer schriftlich geltend zu machen.

Wir als Sachverständige können vor Ablauf dieser Fristen das Gebäude zusammen mit Ihnen nochmals begehen und die seit der Bauabnahme aufgetretenen Schäden dokumentieren und gegenüber den ausführenden Firmen anzeigen.

Nach Abnahme der Mängelbeseitigungsleistung beginnt für diese Leistung erneut eine Verjährungsfrist von 2 Jahren, diese endet jedoch nicht vor Ablauf der oben aufgeführten Regelfristen oder der an ihrer Stelle vereinbarten Fristen.

Kommt der Auftragnehmer der Aufforderung zur Mängelbeseitigung innerhalb einer vom Auftragnehmer gesetzten angemessenen Frist nicht nach, so kann der Auftraggeber die Mängel auf Kosten des Auftraggebers beseitigen lassen.

Ist die Beseitigung des Mangels für den Auftragnehmer jedoch unzumutbar, unmöglich, oder würde sie einen unverhältnismäßig hohen Aufwand erfordern, und deshalb vom Auftragnehmer verweigert, so kann der Auftraggeber durch Erklärung gegenüber dem Auftragnehmer die Vergütung mindern (§ 638 BGB).